Tagebuch 2005

April 2005

Die ganze Familie macht sich auf, um in Rafz ein Stück Land zu besichtigten. Wir sind neugierig, was uns diesmal erwartet. Waren wir doch schon an so manchen Orten im Kanton Zürich. Rafz soll ja einen S-Bahn Anschluss haben. Waren wir nicht schon vor einigen Jahren in Rafz? Doch, als wir auf der Suche nach dem heutigen zu Hause waren. Wie sieht es in Rafz aus? Den Kindern haben wir erzählt, dass wir ein Haus besichtigen wollen und noch ein Stück Land für unser neues zu Hause.

Juni 2005

Wir machen einen Ausflug und erfahren, dass die Gemeinde noch weitere Interessenten hat und man von uns nichts mehr gehört hat und man das Land weitergeben werde. Sofort rufe ich den Gemeindeschreiber an und bestätige ihm, dass wir nach wie vor Interesse hätten an der Parzelle. Also steht jetzt fest, dass wir nach Rafz ziehen? Wollen wir das? Ist das unser neues Daheim? Waren wir nicht schon vor Jahren einmal dort? Zweifel kommen auf und vergehen.

Juli 2005

Wir besprechen die Situation mit den Gemeindevertretern und bestätigen schriftlich unsere Kaufabsicht. Mit Herrn Sandri besprechen wir uns, wie wir weiter vorgehen.

August 2005

Der Gemeinderat spricht uns das Land zu. Am Ende des Monats soll die öffentliche Beurkundung sein. Was immer das auch sein mag. Es wird ernst. Wir erteilen Hern Sandri, den Auftrag, ein Vorprojekt zu erstellen.

29. August 2005

Heute ist also die öffentliche Beurkundung. Ich verlasse früher als sonst meine Arbeitsstelle. Ich eile zum Zug nach Bülach, den ich nicht verpassen will.

Durchsage der SBB: "Wegen der Unwetter in der Innerschweiz verspätet sich der CIS-Alpino um ca. 10 Minuten. Wir bitten Sie um Geduld." Mist, ausgerechnet heute hat die sonst pünktliche SBB Verspätung. Meine Frau holt mich ab in Bülach. Schnell noch ein Telefon an den Gemeindeschreiber, denn wir werden zu spät kommen.
Der Zug fährt ein. Es ist warm. Ich steige ein und warte. Warte auf die Abfahrt. Endlich um 15:30 fährt der Zug. Durchsage: "Wir begrüssen Sie im CIS Alpino nach Bülach, Schaffhausen, Singen, ..., Stuttgart, der Zug hat kein Anschluss an die S22 nach Eglisau, Rafz, Schaffhausen."
Zum Glück holt mich meine Familie in Bülach ab. Es wäre sonst noch später geworden. Mir gehen diverse Gedanken durch den Kopf. Was unterzeichne ich heute? Nimmt es meine Frau ebenso gelassen wie bei der Gründung unserer eigenen Gesellschaft? Wie reagieren die Kinder? Was unterschreibe ich eigentlich? Öffentliche Beurkundung, was heisst das eigentlich? "Nächster Halt Bülach, Next Stop Bülach". So nun ist Aussteigen angesagt. Die Kinder warten schon auf den Papa. So, schnell alle ins Auto, denn es ist mittlerweile bereits 15:55. Welcher Weg führt nach Eglisau? Ah, hier geht es lang. So sieht also die Strecke Bülach - Rafz aus. Gerade durch den Wald, am Kreisel vorbei und übers Land nach Eglisau. Das Auto ist parkiert und wir steigen die Treppe hoch zum Notariat. Herr Bietenhader, der Gemeindeschreiber ist bereits da. Herr Siegrist kommt nach uns. Grund: "SBB".
Alle sitzen an einem schweren Holztisch. Die Kaufurkunde wird uns vorgelegt. Wir parafieren die einzelnen Seiten. Herr Siegrist, der Gemeindepräsident, Herr Bietenhader und wir, meine Frau und ich. Irgendwie ein bewegender Moment.
Die Gemeidevertreter laden uns zum Umtrunk ein, das sei so Brauch. Aha, wusste ich nicht. Wir sitzen alle gemütlich am Rhein in Eglisau und plaudern. Das wars also. So also funktioniert eine öffentliche Beurkundung. Wieder was dazu gelernt.
Auf dem Heimweg besuchen wir noch das Stückchen Wiese, das im Januar uns gehören soll. Wir sind begeistert und malen uns schon aus, wie es sein wird, hier zu wohnen. Wie sieht unser Haus einmal aus? Wird es Erker haben?